Schwelgen im Bild. Neue Recherchemöglichkeit in Illustrierten Magazinen und Zeitschriften zur Gebrauchsgraphik || blog.arthistoricum.net

In den 1920er Jahren entstand ein neuer Typ von Zeitschriften, der unser Bildgedächtnis ähnlich prägte wie das Kino: die Illustrierten Magazine. Sie waren angetreten, um in populärer und unterhaltender Art den Informationshunger der breiten Masse zu stillen, und zwar nicht im Dienste eines klassischen Bildungsideals, sondern in popkultureller Mission: gesellschaftliche Events, die Welt der Schönen und Reichen, Sport und nicht zuletzt die Glitzerwelt des Films waren die tonangebenden Themen der meisten Magazine. Diese Ausrichtung fand ihren Ausdruck in der typischen – und bis heute gültigen – Gestaltungsform der Hefte: Das bestimmende Element war das Bild.

Abbildungen aus den Illustrierten Magazinen
Agenturfoto, in »Das Kriminal-Magazin«, Heft 25, 1931
Agenturfoto, in »Das Kriminal-Magazin«, Heft 25, 1931

Gerade der innovative, nicht selten experimentelle, avantgardistische Einsatz der Fotografie macht die Illustrierten Magazine zu einer einzigartigen Quelle für das Bildgedächtnis der Weimarer Zeit und bis heute zu Referenzpunkten der Fotogeschichte. Bereits vor einigen Jahren wurde daher an der SLUB Dresden mit einem aufwendigen Digitalisierungs- und Erschließungsprojekt begonnen, das die Magazine virtuell für die Recherche per Tiefenerschließung und Volltexterkennung zusammengeführt hat. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Erfassung der einzelnen Abbildungen, allerdings war der Recherchezugang bibliothekarischen Gepflogenheiten folgend primär auf das Suchen und Finden einzelner Hefte ausgelegt.

Die Bildsuche in der Kollektion »Illustrierte Magazine«
Die Bildsuche in der Kollektion »Illustrierte Magazine«

Die Möglichkeiten des arthistoricum.net-Bildsuchraumes nutzend – und dem Stellenwert des fotografischen Materials angemessen –, wurde daher im Rahmen des FID Kunst, Fotografie, Design an einer bildzentrierten Recherchemöglichkeit für diese einzigartige Quellenbasis gearbeitet. Zu diesem Zweck wurden alle innerhalb einzelner Hefte und Artikel erfassten Abbildungen über komplexe Datenmanagement-Routinen auf Metadatenebene vereinzelt und als eigenständige Bilddaten für die arthistoricum.net-Bildersuche verfügbar gemacht. Ergebnis ist die Bildkollektion »Illustrierte Magazine«, in der die rund 56.000 Abbildungen nun nach Fotografen, Bildagenturen, Titeln und Schlagworten individuell und unter Beibehaltung ihres Veröffentlichungskontextes auffindbar sind. Vervollständigt wird die neue Zugriffsmöglichkeit durch IIIF-Manifeste für jedes Bild, die den komfortablen Umgang mit den gefundenen Bildern im arthistoricum.net-Werkzeugkasten ermöglichen.

Beilagen und Abbildungen in »Das Plakat« und »Gebrauchsgraphik«

Doch damit nicht genug! Auch die beiden Zeitschriften »Das Plakat« und »Gebrauchsgraphik«, die maßgeblichen Fachzeitschriften zur Gebrauchs- und Reklamegrafik in den 1910er und 1920er Jahren, haben wir uns noch einmal vorgenommen. Beide Zeitschriften sind ebenfalls durch ihre besondere Gestaltung und den Stellenwert, der den Abbildungen beigemessen wird, erstklassiges Quellenmaterial, wenngleich es hier weniger Fotografien als vielmehr hochwertige Druckreproduktionen gebrauchsgrafischer Arbeiten aller Art sind. Grund genug auch diese Abbildungen für eine bequeme, bildzentrierte Recherche in den arthistoricum.net-Bildsuchraum zu integrieren. In rund 18.000 Abbildungen kann man nun nach Plakaten, Verpackungen, Buchumschlägen und anderen gebrauchsgrafischen Erzeugnissen stöbern.

Beide Bildkollektionen werden in arthistoricum.net näher vorgestellt: Eine Auswahl an Namen, Themen und Schlagwörtern dient als Einladung zum Stöbern und Staunen, zum Suchen und Finden in den faszinierenden Bildwelten der Goldenen Zwanziger!

• zur Übersicht »Bildkollektion Illustrierte Magazine«
• zur Übersicht »Bildkollektion Gebrauchs- und Reklamegrafik«
• Stöbern zum Beispiel nach Werken von Lucian Bernhard, Heinz Hajek-Halke, Umbo, Yva, Ludwig Hohlwein ... oder Bilder von Marlene Dietrich, Emil Jannings, Hans Albers, Greta Garbo oder der Ufa finden ... oder die eigene Suche starten.

 

 

„Was Hänschen nicht gelernt, lernt Hans nimmermehr“ || blog.arthistoricum.net

Dieses und andere Sprichwörter wie „Hunger ist der beste Koch“ oder „Wer A sagt, der muss auch B sagen“ begleiten uns von Kindheit an durch das ganze Leben. Wenn auch auf den ersten Blick nicht immer leicht verständlich, übermitteln Sprichwörter Lebenserfahrungen, Warnungen oder Verhaltensregeln, die über Generationen hinweg allgemeingültig gewesen zu sein scheinen. Da ihr Ursprung in der Regel unbekannt ist, überrascht es nicht, dass sie bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts zur volkstümlichen Belehrung verwendet wurden – und dies unter anderem in Form von humorvollen Illustrationen. Ein hervorragendes Beispiel geben dafür die „Münchener Bilderbogen“ ab.

Schlaglicht: Zum Umgang mit historischen Druckplatten aus Eisen || blog.arthistoricum.net

Aus dem Nachlass des Kunstgelehrten und -sammlers Joseph Heller (1798–1849) bereichern etwa zwei Dutzend Druckplatten des 16. bis 19. Jahrhunderts den Bestand der Staatsbibliothek Bamberg. Neben Auftragsarbeiten, die der Illustration seiner zahlreichen Publikationen dienten, konnte Heller historische Druckformen namhafter Künstler erwerben, darunter fünf geätzte Eisenplatten aus den ersten Dekaden des 16. Jahrhunderts.

Gewinner der ersten Förderrunde: arthistoricum.net prägt bei NFDI4Culture die nationale Forschungsdateninfrastruktur mit || blog.arthistoricum.net

Wie im vorangehenden Beitrag von Waltraud von Pippichschon verkündet: Es gibt Gewinner der ersten Förderrunde einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) und arthistoricum.net ist dabei! Die SLUB Dresden und die Universität Heidelberg (vertreten durch die Heidelberger Universitätsbibliothek) beteiligen sich als Mitantragsteller an dem Konsortium NFDI4Culture - Konsortium für Forschungsdaten zu materiellen und immateriellen Kulturgütern.

Schlaglicht: Vom Durchpausen altmeisterlicher Raritäten || blog.arthistoricum.net

In der Graphiksammlung Joseph Hellers (1798–1849) finden sich zwischen Holzschnitten, Kupferstichen, Radierungen, Handzeichnungen und anderen Techniken immer wieder Durchpausen altmeisterlicher Raritäten. Während manche auf dünnes und durchscheinendes Papier gezeichnet und dadurch offensichtlich sind, ist ein Teil von ihnen derart originalgetreu, dass ein näheres Hinsehen erforderlich ist.

„Die Moderne“ als politisches Konstrukt: Otto Karl Werckmeister eröffnet in vier Statements den Zugang zu seinem neuen Buch || blog.arthistoricum.net

Anlässlich der Veröffentlichung seines Buches „The Political Confrontation of the Arts in Europe from the Great Depression to the Second World War“, das bei arthistoricum.net ART-Books in der Schriftreihe „Zurich Studies in the History of Art“ von Wolfgang F. Kersten erscheint, hat der Herausgeber den Autor darum gebeten, vier Statements zu seinem grundlegenden Werk zu formulieren.