Mit der Verabschiedung einer landesweiten Open-Access-Strategie bekennt sich Mecklenburg-Vorpommern klar zur offenen Wissenschaft. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse, Forschungsdaten und digitale Kulturgüter dauerhaft frei zugänglich und nachnutzbar zu machen – für Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft. Die Strategie wurde vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur gemeinsam mit der Landesrektorenkonferenz erarbeitet und ist Teil der digitalen Transformation im Wissenschaftsbereich des Landes. Sie orientiert sich an den Leitlinien von Bund und Ländern sowie internationalen Initiativen wie der Barcelona Declaration on Open Research Information.

Open Access als Standard

Kern der Strategie ist die Etablierung von Open Access als Standard für das wissenschaftliche Publizieren. Öffentliche Forschung soll dort, wo immer möglich, frei zugänglich sein. Hochschulen, Bibliotheken und Wissenschaftler*innen werden dabei unterstützt, ihre Veröffentlichungen mit offenen Lizenzen zu publizieren und bestehende rechtliche Möglichkeiten – wie das Zweitveröffentlichungsrecht – umfassend zu nutzen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Ausbau von Repositorien, Beratungsstrukturen sowie einem Informationsbudget zur Finanzierung von Publikationskosten.

Fokus auf Diamond Open Access

Ein zentraler Baustein der Strategie ist die Förderung der Diamond-Open-Access-Publikationsmodelle. Diese ermöglichen eine kostenfreie Veröffentlichung für Autor*innen und Leser*innen gleichermaßen. Sie agieren unabhängig von kommerziellen Verlagen und werden von wissenschaftlichen Einrichtungen, Fachgesellschaften oder Bibliothekskonsortien getragen. Das Land unterstützt den Aufbau und die Beteiligung an solchen wissenschaftsgetragenen Infrastrukturen finanziell. Hochschulen sollen Mitarbeit in Diamond-OA-Journals aktiv anerkennen und fördern – etwa als Forschungs- oder Transferleistung.

Open Science als Leitbild

Open Access wird in Mecklenburg-Vorpommern als Teil eines umfassenden Open-Science-Verständnisses betrachtet. Die Strategie fördert deshalb auch die Bereitstellung offener Forschungsinformationen, Open Educational Resources (OER) sowie die Digitalisierung und freie Zugänglichmachung des kulturellen Erbes. Ein geplanter Schritt ist die Einrichtung einer Servicestelle Open Science, die landesweit beratend tätig sein soll – insbesondere in rechtlichen Fragen zu Lizenzen, Forschungsdatenmanagement und OER. Die Umsetzung der Strategie wird durch eine Landesarbeitsgruppe Open Access begleitet und soll bis 2030 regelmäßig evaluiert werden. Langfristig strebt das Land die Verzahnung mit einer umfassenden Open-Science-Strategie an.

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