Das „Große Stammbuch“ Philipp Hainhofers – Hochauflösende Digitalisierung ermöglicht jetzt kunsthistorische Untersuchung bis ins kleinste Detail || HAB

Zwischen 1596 und 1633 haben sich Kaiser, Könige und Fürstinnen, Diplomaten, Gelehrte und Militärs handschriftlich in dieser frühen Form des „Freundschaftsbuchs“ verewigt. Es versammelt aber nicht (nur) Freunde im engeren Sinne, sondern auch und vor allem geschäftliche, politische und gesellschaftliche Kontakte. Das 227 Seiten umfassende Werk enthält zahlreiche von teils namhaften Künstlern gestaltete, reich verzierte Schmuckseiten. Darunter sind Porträts, heraldische, botanische und allegorische Darstellungen. Mit jedem weiteren hochrangigen Beitrag hoben sich der Status sowohl des Werks als auch seines Besitzers.

LINK ZUM DIGITALISAT:
https://diglib.hab.de/mss/355-noviss-8f/start.htm

Die neu entstandenen hochauflösenden Digitalisate ermöglichen ein „Reinzoomen“ bis zu einzelnen Pinselstrichen. So können bei der kunsthistorischen Analyse Darstellungen detailliert verglichen und Inschriften entziffert werden. Der eingehende Vergleich wiederum kann bei dem Versuch helfen, die zum großen Teil noch nicht identifizierten Künstler oder verschiedene Blätter aus einer Hand zu bestimmen. Möglicherweise können sogar frühere Bindungszusammenhänge der variablen Blätter rekonstruiert werden. Zugleich wird durch die Digitalisierung das empfindliche und kostbare Original geschützt.

Die Digitalisierung in hoher Auflösung war aufgrund der konservatorischen Bedingungen und der technischen Ausstattung zeitaufwändig, da jedes Blatt einzeln mit verso- und rectoseite, also der linken und rechten Buchseiten, fotografiert und nachbearbeitet werden musste.

Finanziert wurde der Kauf von der Kulturstiftung der Länder, der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien, der Volkswagenstiftung (im Rahmen des Niedersächsischen Vorab), der Herzog August Bibliothek (Wittchow-Aschoff-Stiftung), der Ernst von Siemens-Kunststiftung, der Stiftung Niedersachsen und der Rudolf-August Oetker-Stiftung. Das Land Niedersachsen finanziert darüber hinaus aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab der Volkswagen Stiftung ein dreijähriges Forschungsprojekt an der HAB mit 300.000 Euro, das die Entstehung und Geschichte des Stammbuchs und seiner künstlerischen Ausgestaltung untersucht.

Das personell wie künstlerisch herausragende „Album Amicorum“ soll textlich und ikonografisch – zur Bestimmung und Deutung der Motive - erschlossen, Personennetzwerke erforscht und die Ergebnisse sowohl digital als auch in einer Buchpublikation zugänglich gemacht werden. Ziel des Vorhabens ist die Identifizierung der Personen, die sich eingetragen haben - der Inskribentinnen und Inskribenten - und der von ihnen gewählten Künstler und Motive. Die Einträge werden transkribiert, übersetzt und die teilweise komplexen Bildprogramme ikonografisch erschlossen. Darüber hinaus wird eine räumliche wie akteurszentrierte Einordnung in den Entstehungskontext der Blätter angestrebt.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt „Das Große Stammbuch Philipp Hainhofers“: https://www.hab.de/das-grosse-stammbuch-philipp-hainhofers/

 

Bild: Digitalisat des Eintrags des kursächsischen Hauptmanns Philipp Ernst von Mansfeld-Artern (1560–1631), 1629, der neben einer Devise, Wappen, Allegorien und einer handschriftlichen Widmung eine kleinteilige höfische Szenerie im Hintergrund zeigt (Foto: HAB)

Bibliothekar*in || HAB

Die Herzog August Bibliothek ist eine Forschungsbibliothek mit den Schwerpunkten Mediävistik und europäische Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit. Sie besitzt eine bedeutende Handschriftensammlung und umfangreiche Bestände gedruckter Bücher des 15. bis 18. Jahrhunderts sowie mehrere Sondersammlungen. In der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke vertritt sie das 17. Jahrhundert. Die Bibliothek ist Handschriftenzentrum und Kompetenzzentrum für alte Drucke. Sie führt Forschungs- und Erschließungsprojekte durch, zu denen als ein Schwerpunkt die Digitalisierung einzelner Bestandsgruppen gehört. Die Erwerbung neuer Medien konzentriert sich auf die Forschungsliteratur zu den Quellenbeständen. Das Profil der Bibliothek ist in umfassendem Sinn kulturhistorisch orientiert. Die Nutzerinnen und Nutzer sind international, es handelt sich vor allem um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zu speziellen Themen arbeiten und eine fachkundige Betreuung benötigen.

Ihre Aufgaben:

  • Leitung der Arbeitsstelle Auskunft und Benutzung mit einem Team von Mitarbeiter*innen
  • Auskunft über die Bestände und Dienstleistungen der Bibliothek
  • Bearbeitung schriftlicher und Beantwortung mündlicher Anfragen
  • Mitarbeit bei der Ausbildung
  • Mitarbeit bei der Öffentlichkeitsarbeit (Führungen)

Sie bringen mit:

  • ein abgeschlossenes Studium (Bachelor oder Diplom) im Bereich Bibliotheks- und Informationsmanagement Fachrichtung wissenschaftliche Bibliotheken
  • Mehrjährige Praxiserfahrung an einer wissenschaftlichen Bibliothek im Bereich Auskunft und Benutzung, möglichst mit Erfahrung in Personalverantwortung
  • Gute Kenntnisse der bibliothekarischen Regelwerke
  • Sehr gute Kenntnisse konventioneller und elektronischer Informationswerke
  • Fundierte aktuelle Kenntnisse der Recherchemöglichkeiten in Datenbanken, elektronische Zeitschriftendatenbanken und Lexika
  • Mehrjährige Erfahrung im Umgang mit Verbundsoftware (insb. PICA LBS/ OUS), PC-Standardsoftware, Internetanwendungen, Content-Management-Systemen.
  • Gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift, Kenntnisse einer weiteren modernen Fremdsprache und Kenntnisse der lateinischen Sprache (Anforderungslevel: Identifizierung bibliographischer Daten)

Wir erwarten:

Ausgeprägtes Interesse an der Arbeit mit alten und neuen Büchern sowie mit elektronischen Medien; Interesse an der Vermittlung von allgemeinen und sehr speziellen fachlichen Informationen; Teamfähigkeit und soziale Kompetenz; Bereitschaft zur Übernahme neuer Aufgaben innerhalb des beruflichen Spektrums; selbstständige Arbeitsweise; organisatorisches Geschick; ausgeprägte Kompetenz zur mündlichen und schriftlichen Kommunikation; Freude im Umgang mit Publikum; Bereitschaft zur Wahrnehmung von Spät- und Samstagsdiensten

Als familiengerechte Bibliothek, Forschungs- und Studienstätte bieten wir ein abwechslungsreiches Aufgabenspektrum, flexible Arbeitszeiten, regelmäßige Fort- und Weiterbildungen und eine Jahressonderzahlung im Rahmen des TV-L. Es erwartet Sie ein engagiertes und aufgeschlossenes Team.

Die Herzog August Bibliothek strebt an, Unterrepräsentanzen i. S. des NGG in allen Bereichen und Positionen abzubauen. Die Gleichstellung von Frauen und Männern wird gefördert. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung und Befähigung bevorzugt behandelt. Ein Nachweis ist beizufügen.

 

Bewerbungen werden bis zum 30.07.2021 mit dem Kennwort „Benutzung“ erbeten an die

Herzog August Bibliothek
Verwaltung
Lessingplatz 1
38304 Wolfenbüttel

E-Mail: verwaltung@hab.de

 

Bewerbungsunterlagen werden grundsätzlich nicht zurückgesandt, sondern datenschutzgerecht vernichtet. Sollte eine Rücksendung gewünscht sein, bitten wir um Beilage eines adressierten und ausreichend frankierten Rückumschlags.

Hinweis zum Datenschutz: Mit der Einreichung Ihrer Bewerbung stimmen Sie der Verarbeitung Ihrer personen-bezogenen Daten im Rahmen und zur Durchführung des Bewerbungsverfahrens zu. Diese Einwilligung kann jederzeit ohne Angabe von Gründen gegenüber o. g. Stelle(n) schriftlich oder elektronisch widerrufen werden. Bitte beachten Sie, dass ein Widerruf der Einwilligung u. U. dazu führt, dass die Bewerbung im laufenden Verfahren nicht mehr berücksichtigt werden kann.

Forschungsdatenleitlinie || HAB

Präambel Die Herzog August Bibliothek (HAB) gehört zu den international führenden Forschungszentren für die Kulturgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Sie unterhält ein internationales Stipendienprogramm und ist ein Ort des wissenschaftlichen Dialogs wie der interdisziplinären Zusammenarbeit. Ihre reichen Bestände sind Grundlage zahlreicher Forschungs- und Erschließungsprojekte. Mit der vorliegenden Forschungsdatenleitlinie bekennt sich die HAB zur […]

Musik der Übergänge – Ausstellung im Lessinghaus über Räume und Stimmen des Michael Praetorius || HAB

An der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert beginnt eine musikalische Moderne, die mit der für die Renaissance typischen vielstimmigen Musik bricht, um auf neuen Wegen Inhalte zu vermitteln und Affekte zu erzeugen. Der Wolfenbütteler Hofkapellmeister Michael Praetorius (1571–1621), der über 1.200 Kompositionen für Chorgesang und viele weitere Werke schuf, gestaltete diesen von Italien ausgehenden Umbruch aktiv mit und bereitete so das Fundament des barocken Stils, der das Musikleben in Deutschland für die kommenden zwei Jahrhunderte beherrschen sollte.

Im Lessinghaus werden originale Musikalien und Bücher der Herzog August Bibliothek wie musiktheoretische Werke, zeitgenössische Notendrucke, biographische Zeugnisse und Werke von Praetorius oder aus seinem Besitz gezeigt. Kuratiert wird die Ausstellung von Sven Limbeck, der in der Handschriftenabteilung der HAB unter anderem für die Musiksammlung zuständig ist.

Die Ausstellung „Musik der Übergänge“ ist eingebettet in ein breites Programm des Kulturstadtvereins Wolfenbüttel in Kooperation mit dem Michael Prætorius Collegium zum Michael Praetorius-Jahr 2021: https://www.michael-praetorius-2021.de/

Weitere Informationen unter: www.hab.de

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr

Eintritt: 3 Euro

Lesesaal in der Bibliotheca Augusta kann wieder genutzt werden! || HAB

Die neuen Öffnungszeiten ab Donnerstag, 1. Juli 2021

Zeughaus: Montag-Freitag 10–16 Uhr, Donnerstag 10–18 Uhr

Bibliotheca Augusta: Montag–Freitag 9–13 Uhr

Lessinghaus: Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr

Neben den Freihandbereichen und den Lesesälen sind die Leihstelle, die Kassentresen, Arbeitsplätze, Kopierer, Scanner und Recherche-PCs für die öffentliche Nutzung wieder freigegeben. Für die Nutzung der Lesesäle ist eine Anmeldung drei Öffnungstage vor der gewünschten Benutzung über E-Mail: auskunft@hab.de notwendig. Im Zeughaus sowie in der Bibliotheca Augusta werden die Kontaktdaten der Nutzer*innen dokumentiert. Die Cafeteria im Zeughaus muss für die Öffentlichkeit noch geschlossen bleiben.

Im Lessinghaus ist vom 4. Juli bis 31. Oktober die Ausstellung „Musik der Übergänge. Räume und Stimmen des Michael Praetorius“ zu sehen. Die ausgestellten Objekte sind Zeugen dafür wie der Hofkapellmeister, Komponist, Organist und Gelehrte die musikalische Weltgeschichte nach Wolfenbüttel holte und den Umbruch um 1600 mit einer Musik vielfältiger Übergänge begleitete. Auch im Lessinghaus werden die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher dokumentiert.

Der gesundheitliche Schutz der Mitarbeiter*innen und Nutzer*innen im Rahmen der Eingrenzung des Corona-Virus hat höchste Priorität bei der Wiedereröffnung. Während des Aufenthalts in den Räumen sind das Tragen eigener medizinischer Mund-Nase-Masken und die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln erforderlich.

Weitere Informationen unter:  www.hab.de und Tel. 05331/808-0

 

Musik der Übergänge || HAB

An der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert befindet sich die Musik im Umbruch: Eine musikalische Moderne beginnt und bricht mit der für die Renaissance typischen vielstimmigen Musik, um auf neuen Wegen Inhalte zu vermitteln und Affekte zu erzeugen. Der Wolfenbütteler Hofkapellmeister Michael Praetorius (1571–1621), der über 1200 Kompositionen für Chorgesang und viele weitere Werke schuf, gestaltete diesen von Italien ausgehenden Umbruch aktiv mit und bereitete so das Fundament des barocken Stils, der das Musikleben in Deutschland für die kommenden zwei Jahrhunderte beherrschen sollte.

Die originalen Musikalien und Bücher der Herzog August Bibliothek – musiktheoretische Werke, zeitgenössische Notendrucke, biographische Zeugnisse, Werke von Praetorius oder aus seinem Besitz – sind die Zeugen dafür, wie der Komponist die musikalische Weltgeschichte nach Wolfenbüttel holte und den Umbruch um 1600 mit einer Musik vielfältiger Übergänge zwischen Tradition und Innovation begleitete.

Veranstaltungen

Unter dem Titel »Musik im Umbruch« ist ein Festjahr mit zahlreichen Veranstaltungen vorgesehen: Konzerte mit international bekannten Ensembles, Orgelkonzerte, Workshops, Historische Tänze, Ausstellungen und Vorträge.

Weitere Informationen zum Programm finden Sie hier: Veranstaltungen im Michael Praetorius-Jahr 2021