Aus weiblichen Händen || HABlog – HAB

Das von der Polonsky Foundation geförderte Projekt hat zum Ziel, die Sammlungen mittelalterlicher lateinischer und deutscher Handschriften aus hauptsächlich norddeutschen Kloster- und Stiftsbibliotheken für die Forschung und Nachnutzung bereitzustellen. Seit Projektbeginn im Dezember 2018 wurden an der HAB bereits 205 Handschriften digitalisiert und können auf der Homepage des Projekts angesehen werden.

Die Tatsache, dass es sich unter all den hauptsächlich von Männerhand geschriebenen Handschriften in diesem Fall um Bücher von Schreiberinnen handelt, ist lediglich einer von vielen Aspekten, die die Lamspringer Sammlung mit ihren 23 Bänden so außergewöhnlich machen. Zu bieten haben diese mittelalterlichen Werke darüber hinaus eindrucksvollen Buchschmuck, womit sie aus kunsthistorischer Sicht eine überaus reizvolle Gruppe illuminierter Handschriften bilden. Für das Digitalisierungsprojekt wurden 16 Kodizes ausgewählt, die dieser Beitrag in Bezug auf ausgesuchte Merkmale etwas genauer unter die Lupe nimmt. Zwölf davon sind augenblicklich bereits online zu erkunden.

Um 850 von Graf Ricdag und dessen Frau Emhild ursprünglich als Kanonissenstift – ein eher weltliches und damit freieres Modell des Zusammenlebens – im Süden der Diözese Hildesheim gegründet, unterstand das um 1130 zur Benediktinerinnenabtei umgewandelte Kloster nicht nur der geistlichen, sondern auch der wirtschaftlichen und politischen Obhut der Hildesheimer Bischöfe. Es galt im 14. Jahrhundert als eines der wohlhabendsten und bestausgestattetsten Klöster im niedersächsischen Raum. Der Bestand von 23 Handschriften (davon 20 Bände mit theologischen Schriften und drei liturgische Werke) veranschaulicht, dass es sich bei den Schreiberinnen und Illustratorinnen um Ordensschwestern handelte, deren sprachliche und theologische Bildung der von Mönchen aus den bislang besser erforschten männlichen Orden in nichts nachstand. Außerdem wird hier einmal mehr deutlich, dass sowohl die Schreibstube (das sog. Skriptorium, von lat. scribere – schreiben) als auch die Bibliothek, die die entstandenen Werke sammelte, bereitstellte und verwahrte, die Institution Kloster stark prägten und auszeichneten.

Bis zur Entwicklung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts fungierte nicht Papier, sondern das in seiner Beschaffenheit robustere Pergament als Schriftträger. Dessen Herstellung war aufwendig und bedeutete schwere körperliche Anstrengung: Im deutschsprachigen Raum wurden vorwiegend Häute von Kälbern, in wenigen Fällen von Schafen verwendet, die zuerst in Spannrahmen fixiert, abgeschabt und schließlich gekalkt wurden, um ein Verlaufen der Tinte und Farben im Schreibprozess zu verhindern. Die passend zugeschnittenen und gefalteten Pergamentbögen wurden zu Lagen zusammengeheftet, liniert, beschrieben und später zu einem Buch zusammengebunden.

Abb. 1: Ganzseitige Miniatur eines Schreibers an seinem Pult, der seine Schreibfeder schärft, bevor er den Text auf das bereits linierte Doppelblatt kopiert (Cod. Guelf. 1030 Helmst., fol. 1v, 1151–1175) //www.hab.de/wp-content/uploads/2021/01/hab-hablog-aus-weiblichen-haenden-abb-1-cod.-guelf.-1030-helmst.-fol.-1v.jpg
Abb. 1: Ganzseitige Miniatur eines Schreibers an seinem Pult, der seine Schreibfeder schärft, bevor er den Text auf das bereits linierte Doppelblatt kopiert (Cod. Guelf. 1030 Helmst., fol. 1v, 1151–1175)

Schreiberin, Rubrikatorin und Illustratorin, also Gestalterin der dekorativen Initialen und allen weiteren Buchschmucks, konnte ein und dieselbe Person sein. Für den Buchschmuck wie Initialen oder Miniaturen ließen die Schreiberinnen beim Übertragen der Textvorlage auf die zusammengehefteten Pergamentlagen etwas Platz, der jedoch nicht selten übersehen wurde und damit leer blieb. Neben mindestens 28 Schreiberinnen, die Kenner*innen für den Zeitraum von 1170 bis 1204 unterscheiden können, sind für das 12. Jahrhundert zwei Schreiberinnen sogar namentlich bekannt: Odelgarde und Ermengarde. Laut eines Kolophons (Schreibervermerk) gab es zudem eine dritte scriptrix (Schreiberin). Stiltechnisch lassen sich ihre Schriften in die Übergangsphase von der (späten) karolingischen zur frühen gotischen Minuskel einordnen, womit das Schriftbild insgesamt kantiger, spitzer und rechteckiger wirkt und sich der Raum zwischen den einzelnen Buchstaben innerhalb eines Wortes merklich verringert.

Mit Blick auf den Buchschmuck lässt sich festhalten, dass die Lamspringer Nonnen sorgfältig und mit einiger Liebe zu ornamentalem Detail arbeiteten. So finden sich in den Pergamentkodizes zahlreiche größere zoomorphe und figurative Initialen, die in (Fantasie-) Tierköpfe, -körper oder florale Elemente auslaufen.

Abb. 2: Zoomorphe S-Initiale zu Beginn der Moralia in Hiob von Papst Gregor dem Großen in Cod. Guelf. 443 Helmst., fol. 2r, 1176–1200 //www.hab.de/wp-content/uploads/2021/01/hab-hablog-aus-weiblichen-haenden-abb-2-cod.-guelf.-443-helmst.-fol.-2r-2.jpg
Abb. 2: Zoomorphe S-Initiale zu Beginn der Moralia in Hiob von Papst Gregor dem Großen in Cod. Guelf. 443 Helmst., fol. 2r, 1176–1200

Die Buchstabenschäfte und –enden der Initialen sind häufig mit Halbpalmetten verziert. Die Abstriche der Q-Initialen bestehen wiederholt aus Körpern von Drachen, die Blattranken speien und/oder deren Schwänze in eben solchen enden, wie es in Cod. Guelf. 510 Helmst., fol. 133r sowie relativ farbenfroh in Cod. Guelf. 443 Helmst., fol. 2r der Fall ist.

Abb. 3: Figurative und zoomorphe Q-Initiale mit Drachenkörper, in der der Heilige Geist acht Heiligen als Taube erscheint (Cod. Guelf. 510 Helmst., fol. 133r, 1151–1175) //www.hab.de/wp-content/uploads/2021/01/hab-hablog-aus-weiblichen-haenden-abb-3-cod.-guelf.-510-helmst.-fol.-133r.jpg
Abb. 3: Figurative und zoomorphe Q-Initiale mit Drachenkörper, in der der Heilige Geist acht Heiligen als Taube erscheint (Cod. Guelf. 510 Helmst., fol. 133r, 1151–1175)

Rot, Grün und Blau sind die vorwiegend verwendeten Farben, wie es ebenfalls in der figürlichen Darstellung des heiligen Augustinus (354–430) zu sehen ist (Abb. 4): Ausgestattet mit Mitra und Bischofsstab auf einer Art Thron sitzend präsentiert er der Leserschaft eine aufgeschlagene Doppelseite (lat. bifolium) mit den Worten Pater noster – dem Vaterunser. Sowohl das Ornat des Kirchenvaters als auch der Vorhang, vor dem er sitzt, sind mit einem Faltenwurf ausgestaltet, letzterer ist sogar zudem mit einem roten Dreipunktmuster versehen.

Abb. 4: Augustinus thront in der Q-Initiale mit dem aufgeschlagenen lateinischen Vaterunser (Cod. Guelf. 204 Helmst., fol. 3v, 1176–1200) Fotografie von Dr. Stefanie Westphal //www.hab.de/wp-content/uploads/2021/01/hab-hablog-aus-weiblichen-haenden-abb-4-cod.-guelf.-204-helmst.-fol.-3v.jpg
Abb. 4: Augustinus thront in der Q-Initiale mit dem aufgeschlagenen lateinischen Vaterunser (Cod. Guelf. 204 Helmst., fol. 3v, 1176–1200) Fotografie von Dr. Stefanie Westphal

Daran erinnert die Darstellung Papst Gregors (540–604) im Bogen der P-Initiale (Abb. 5), die der des Augustinus stilistisch und farblich sehr ähnelt und womöglich von derselben Illustratorin ausgestaltet wurde. Auch der Text könnte dem Schriftbild nach zu urteilen von derselben Schreiberin stammen, wie wir sie in 204 Helmst. vor Augen haben.

Abb. 5: Der Heilige Geist inspiriert Papst Gregor I. in Gestalt einer Taube (903 Helmst., fol. 75v, Beginn 4. Viertel 12. Jh.) Fotografie von Dr. Stefanie Westphal //www.hab.de/wp-content/uploads/2021/01/hab-hablog-aus-weiblichen-haenden-abb-5-cod.-guelf.-903-helmst.-fol.-75v.jpg
Abb. 5: Der Heilige Geist inspiriert Papst Gregor I. in Gestalt einer Taube (903 Helmst., fol. 75v, Beginn 4. Viertel 12. Jh.) Fotografie von Dr. Stefanie Westphal

Es ist festzuhalten, dass das hochmittelalterliche Benediktinerinnenkloster in Lamspringe über ein ausgesprochen kreatives Skriptorium verfügte. Im Zuge der Reformation wurden die Klöster und deren Bibliotheken aufgelöst, und oft bleibt ungewiss, welchen Weg die Bücher einschlugen. Im Fall des Lamspringer Handschriftencorpus sorgte Herzog Julius von Braunschweig-Lüneburg im Jahr 1572 dafür, dass die 23 Handschriften Teil seiner Sammlung in der Wolfenbütteler Residenz wurden. Damit sind sie uns noch heute erhalten, um sie weiter zu erforschen.

 

#HABewegt  #HAB und Gut

 


Wenn Sie mehr zum Thema erfahren möchten:

Die Buchmalerei der Lamspringer Nonnen wird derzeit in einem Katalogisierungsprojekt zu den illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek von Dr. Stefanie Westphal erschlossen.

Weiterführende Literatur:

  • Helmar Härtel (Hrsg.), Geschrieben und gemalt. Gelehrte Bücher aus Frauenhand: Eine Klosterbibliothek sächsischer Benediktinerinnen des 12. Jahrhunderts (Wolfenbütteler Ausstellungskatalog 86), Wolfenbüttel 2006.
  • —, „Gelehrte Bräute Christi. Zur Umstrukturierung der Frauenklöster im Hochmittelalter: Ein neues Ideal geistig-geistlichen Lebens,“ in: Die gelehrten Bräute Christi. Geistesleben und Bücher der Nonnen im Mittelalter, hrsg. von Helwig Schmidt-Glintzer (Wolfenbütteler Hefte 22), Wiesbaden 2008, 7–13.

 

Weitere Blogbeiträge zum Projekt „Handschriften aus dem deutschen Sprachraum“ sowie zur Erstellung mittelalterlicher Handschriften:


Stipendiat*in: Wenrui Zhao || HAB

Dissecting Sight: Eye Surgery and Vision in Early Modern Europe My project investigates the ways in which the eye was studied, eye diseases were treated, and the knowledge of the eye was transmitted during the sixteenth and seventeenth centuries in Europe, in particular, the German speaking lands. From the late sixteenth century onwards, an increasing […]

Relaunch der HAB-Website || HAB

Die Inhalte der neuen Seite werden in den vier Kategorien Forschung, Bibliothek, Kultur und Info abgebildet. Neben ausführlichen Informationen über Forschungsprojekte, wissenschaftliche Veranstaltungen und Publikationen, steht die Bibliothek mit ihren Beständen und Services im Mittelpunkt. Ein neues Element ist der HABlog, in dem regelmäßig über die Aktivitäten aus allen Bereichen der HAB berichtet wird. Der verstärkte Einsatz von Abbildungen dient nicht nur der Illustration von Themenbereichen, sondern hebt auch die Mitarbeiter*innen als Forschende oder Ansprechpartner*innen hervor.

Das Layout der Homepage wurde von der Agentur anschlaege.de erstellt, die auch das Corporate Design für die Wolfenbütteler Bibliothek entworfen hat. Die Neugestaltung wirkt sich auf alle sichtbaren Bereiche der Forschungsbibliothek aus, darunter auch die zuletzt veröffentlichten Publikationen des HAB Verlags aus den Reihen „Wolfenbütteler Forschungen“ und „Wolfenbütteler Hefte“.

Die Herzog August Bibliothek ist eines der weltweit führenden Zentren für kulturgeschichtliche Forschung. Grundlage dafür bildet die Bibliothek, die einzigartige Bestände bewahrt, erschließt, erweitert und präsentiert. Wissenschaftler*innen aus aller Welt bieten sich hier optimale Bedingungen für ihre Forschung.

Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel || HAB

Um die bereits seit mehreren Jahren praktizierte Kooperation zu intensivieren, haben sich die drei Einrichtungen 2013 in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsverbund MWW zusammengeschlossen. In dessen Rahmen werden Forschungsprojekte realisiert, digitale Forschungsinfrastrukturen ausgebaut, ein gemeinsames Stipendienprogramm entwickelt sowie der internationale Austausch gestärkt.

 

Projekte an der HAB im Rahmen des Forschungsverbundes

 

Abgeschlossene Projekte

 

Publikationen

Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften (ZfdG)

Open-Access-Journal, das vom Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW) in Verbindung mit dem Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd) herausgegeben wird: www.zfdg.de.

Zeitschrift für Ideengeschichte (ZIG)

Vierteljährlich erscheinende Zeitschrift, die seit 2007 gemeinsam vom Deutschen Literaturarchiv Marbach, der Klassik Stiftung Weimar, der Herzog August Bibliothek und dem Wissenschaftskolleg zu Berlin herausgegeben wird: www.z-i-g.de.

 

Nachwuchsförderung

Forschungshospitanzen für Internationale Studierende

Programm des Forschungsverbundes MWW, das fortgeschrittenen Studierenden die Möglichkeit bietet, die große Bandbreite der Arbeit in einer modernen Forschungsbibliothek kennenzulernen. 


 

Suzanne Kooloos || HAB

Suzanne Kooloos is working on her PhD project “Paper, Bubble and Wind Trade”: Economies of Theatre in the Dutch Republic, supervised by Prof. Dr. Jan Lazardig (FU). She studied (visual) repertoires of foolishness and its connections to money, trade and speculation at the HAB with a young scholar fellowship.   Research topics Theatre History/Historiography Cultural […]

Catarina Zimmerman-Homeyer || HAB

Curriculum Vitae 1996-2004 Studium der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Alten Geschichte in Münster und Berlin. 2014 Promotion im Fach Kunstgeschichte an der Universität Bonn. 2010/2016 Stipendiatin der HAB Wolfenbüttel;  Forschungsaufenthalte in Straßburg und München; Gastvorlesungen in Bochum und Bern Forschungsschwerpunkte Straßburger Buchdruck um 1500 Buchillustration, Druckgrafik ca. 1480 bis 1530 Memorative Illustrationskonzepte Drucktechnische Experimente Antikenrezeption […]

Internationale Sommerschule || HAB

Die nächste Sommerschule findet vom 15. bis 27. August 2021 bei der Klassik Stiftung Weimar statt:

International Summer School 2021 - Collection Spaces
Räume des Sammelns

 

Die Stadt Weimar ist ein ‚Deutscher Erinnerungsort’ par excellence. Ein wesentlicher Bestandteil ihrer kulturellen Topographie sind die über Jahrhunderte gewachsenen Sammlungen, sammlungsbezogenen Bauten und Interieurs. Das wohl prominenteste Beispiel ist Goethes Wohnhaus am Frauenplan. Zu Lebzeiten des Dichters dienten sowohl seine Privaträume wie auch die öffentlich zugänglichen Bereiche des Hauses der wissenschaftlich fundierten Aufbewahrung und Präsentation umfangreicher Sammlungen. Ein kaum weniger ikonischer Sammlungsraum ist der Rokokosaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, erst recht seit dem Brand von 2004. In Verbindung mit dem Gemälde- und Büstenprogramm verräumlicht die über mehrere Etagen verteilte Büchersammlung ein intellektuelles Ideal der Goethezeit. Außerhalb des historischen Zentrums der Stadt befinden sich zwei an der Wende zum 20. Jahrhundert eingerichtete Archive, deren geistige Provenienz kaum unterschiedlicher sein könnte: das historistische Gebäude des Goethe- und Schiller-Archivs mit den schriftlichen Nachlässen des klassischen Weimar sowie das von Henry van de Velde nur wenige Jahre später im Neuen Stil gestaltete Nietzsche-Archiv. Von beiden Standorten aus ist über Weimar hinweg der Ettersberg zu sehen, wo nach dem Zweiten Weltkrieg im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald eine umfangreiche Sammlung zu den Verbrechen der NS-Zeit angelegt wurde.

Durch den spatial turn der Geisteswissenschaften ist das Bewusstsein dafür geschärft worden, dass Räume keine neutralen Gefäße für Sammlungsobjekte sind. Die Frage nach den Räumen des Sammelns hat daher auch einen hohen Stellenwert für den Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel, der dieses Phänomen vom 15. bis zum 27. August 2021 ins Zentrum einer internationalen Summer School rücken wird: Auf welche Weise sind Sammlungsräume semantisch und symbolisch aufgeladen? Inwiefern dienen sie der kulturellen Erinnerung und stiften persönliche oder kollektive Identität? Welchen symbolpolitischen und strategischen Zielsetzungen unterliegen sie, und wie kommen diese Ziele in Bauten und Interieurs ästhetisch zum Ausdruck? Wie tragen sie zur Organisation des in den Sammlungen verkörperten Wissens bei? Welche Rolle spielt nicht zuletzt im Rahmen der digitalen Transformation die Genese neuer, virtueller Sammlungsräume? Diese Fragen wird die Summer School verfolgen, indem sie zum einen die historische Entwicklung repräsentativer Sammlungsräume von der Kunst- und Wunderkammer bis zum heutigen Museum nachvollzieht und zum anderen die Bedeutung neuer Raumtheorien für den Umgang mit Sammlungen reflektiert. Das Verhältnis zwischen privater und öffentlicher Sammlung, zwischen repräsentativer und funktionaler Raumgestaltung wird anhand von Magazin, Depot und Ausstellungsraum untersucht. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei immer auch dem Phänomen des Sammlungsraums auf der Ebene ästhetischer Imagination.

Die Summer School verbindet Seminare, Vorträge und Exkursionen mit der Möglichkeit eigenständiger Forschung. Sie wird im Rahmen des 2013 gegründeten Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW) ausgerichtet (www.mww-forschung.de). Die Finanzierung erfolgt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Einblicke in die Sammlungen der Klassik Stiftung Weimar bietet die Internetseite www.klassik-stiftung.de/sammlungen/.

In Hinblick auf die aktuelle Pandemie des Virus' COVID-19 werden für die Planungen die aktuell geltenden Hygiene- und Abstandsregeln berücksichtigt. Sollte es die Situation erfordern, kann darüber hinaus ein Teil der Summer School digital realisiert werden. Hier behält sich die Summer School eine Anpassung an die Situation im August 2021 vor.

 

Bewerbung

Die Summer School bietet zwanzig Plätze für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt, die im Rahmen eines Motivationsschreibens ihr wissenschaftliches Interesse am Thema der Summer School darlegen. Das Angebot richtet sich vornehmlich an Doktorandinnen und Doktoranden der geistes- und kulturwissenschaftlichen Fächer sowie aller Studiengänge mit Sammlungsbezug. In Ausnahmefällen werden auch fortgeschrittene Master-Studierende berücksichtigt. Mindestens passive Deutschkenntnisse sind für die Teilnahme an der Summer School erforderlich. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem außereuropäischen Ausland, die ein konkretes Forschungsinteresse an den Weimarer Sammlungen zu verfolgen beabsichtigen, können sich formlos um ein Stipendium für einen zusätzlichen einwöchigen Archivaufenthalt im Anschluss an die Summer School bewerben

Die Bewerbung enthält:

  1. Formular im Bewerbungsportal (personenbezogene Daten)
  2. Motivationsschreiben
    (Darlegung des wissenschaftlichen Interesses am Thema der Summer School,
    max. 2 Seiten)
  3. Lebenslauf
  4. Kurze Darstellung des Dissertationsprojekts (max. 5 Seiten)
  5. Kopie des Abschlusszeugnisses
  6. Universitäres Empfehlungsschreiben
  7. Ggf. formloser Antrag auf einwöchigen Archivaufenthalt nach der Summer School

 

Bewerbungsfrist

Die Bewerbungsfrist endet am 31. März 2021. Bewerbungen bitte ausschließlich über das Bewerbungsportal einreichen. Den Link finden Sie auf der Internetseite des Forschungsverbunds unter:
Link zum Bewerbungsportal

Bewerbungen per Post oder E-Mail werden nicht berücksichtigt.

Die Benachrichtigungen erfolgen bis Ende April 2021. Internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine Einladung, die bei der Beantragung des Visums eingereicht werden kann.

Ein Rechtsanspruch auf Teilnahme besteht nicht.

 

Unterbringung / Reisekosten

Die Unterbringung in Weimar ist für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenfrei.

Die Reisekosten werden nach den Pauschalen des DAAD erstattet.

 

Teilnahmegebühr

Es wird eine Teilnahmegebühr in Höhe von 300 EUR erhoben. In begründeten Ausnahmefällen und bei Vorlage eines formlosen Antrags besteht die Möglichkeit, von der Teilnahmegebühr befreit zu werden.

 

Kontakt

Sophia Dietrich-Häfner

Koordination Forschungsverbund MWW / Klassik Stiftung Weimar

sophia.dietrich-haefner@mww-forschung.de
sophia.dietrich-haefner@klassik-stiftung.de

Amalie Hänsch || HAB

Amalie Hänsch studierte Medienkultur und BWL an der Bauhaus-Universität Weimar sowie Kunstgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt. Nach einem Volontariat bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist Frau Hänsch wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FAU Erlangen-Nürnberg und arbeitet an ihrer Dissertation.   Forschungsschwerpunkte „Kritischer Katalog der Luther-Bildnisse (1519-1530)“; interdisz. Forschungsprojekt (GNM, FAU Erlangen-Nürnberg, TH Köln) Kunst- und Kulturgeschichte […]

Jana Graul || HAB

Jana Graul war wiss. Mitarbeiterin am KHI in Florenz (u.a. im Projekt Vasaris Welten) u. in der Kolleg-Forschergruppe  BildEvidenz (FU Berlin). Stipendien von DAAD, Istituto Nazionale di Studi sul Rinascimento, Dt. Studienzentrum in Venedig u. Kolleg-Forschergruppe  Imaginarien der Kraft  (Uni Hamburg). Ihre Doktorarbeit Invidia als Künstlerlaster. Neid in Kunst und Kunstliteratur der Frühen Neuzeit erhielt […]

VD 17: Digitalisierung der im VD 17 nachgewiesenen Werke mit unikalem, regionalem und gemäß Liste vorhandenen Bestand der HAB Wolfenbüttel – ein Beitrag zur Gesamtdigitalisierung des VD 17 || HAB

Ziel des Projektes ist es, einen gewichtigen Beitrag für die programmatische Gesamtdigitalisierung des VD 17 als dem wichtigsten nationalbibliographischen Nachweisinstrument für das 17. Jahrhundert zu leisten und weitere ca. 6.000 Drucke aus d...