Fast alle Mitglieder vom Editorial Board der Zeitschrift Critical Public Health haben ihre Ämter aufgrund von Differenzen mit dem Wissenschaftsverlag Taylor & Francis niedergelegt. Hintergrund der Streitigkeiten seien die Forderung des Verlags, das Geschäftsmodell vollständig auf das Author-Pays-Modell umzustellen, bei dem Gebühren – sogenannte Article Processing Charges (APCs) – von den Autor*innen verlangt werden. Zudem richtet sich der Protest gegen die Höhe der zu entrichtenden APCs, die zuletzt pro veröffentlichtem Artikel 2.700 Pfund (etwa 3.500 Euro) betrugen. Das ehemalige Herausgebergremium hat bereits die Gründung einer neuen Zeitschrift bekanntgegeben: das Journal of Critical Public Health (JCPH). Die neue Zeitschrift ist in der Hand einer wissenschaftlichen Community, die nicht gewinnorientiert arbeitet: Herausgeberin ist die kanadische University of Calgary und Besitzer das Critical Public Health Network, eine im Vereinigten Königreich ansässige wissenschaftliche Organisation. 

Kein Einzelfall: Protest gegen hohe Gebühren auch bei Elsevier

Bereits im April dieses Jahres traten alle Mitglieder des Herausgebergremiums der Zeitschrift NeuroImage des Elsevier-Verlags aus Protest wegen zu hoher Publikationsgebühren zurück (open-access.network berichtete). Im Jahr 2015 ereignete sich ein ähnlicher Vorfall bei der ebenfalls von Elsevier geführten Zeitschrift Lingua: dort gründeten die ehemaligen Mitglieder des Editorial Boards nach ihrer Amtsniederlegung das OA-Journal Glossa bei Ubiquity Press am University College London.

Zur originalen Pressemitteilung von JCHP: https://cphn.net/breaking-news/

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